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Lichtverschmutzung
Eine Chance für die Beleuchtungserneuerung!
Aus gegebenem Anlass Wird an dieser Stelle ein Thema besprochen, das zukünftig immer stärker an Bedeutung gewinnen wird – die Lichtverschmutzung und ihre Vermeidung.
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Warum aus gegebenem Anlass? Weil einige unserer Nachbarstaaten (Tschechien, Slowenien, Italien) bereits Gesetze zur Vermeidung und Begrenzung von Streulicht mit nicht unwesentlichen Auswirkungen auf die bereits vorhandene Stadtbeleuchtung erlassen haben – auch für die in Planung befindliche Beleuchtung. Momentan wird an einer einheitlichen Direktive (vorr. 2012/2013) zur Bekämpfung von Lichtverschmutzung gearbeitet, die dann auch in Österreich Gültigkeit erlangen wird.
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Jakob Geppert www.thornlighting.at |
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| Was ist Lichtverschmutzung |
Der Begriff „Lichtverschmutzung“ ist eine wörtliche Übersetzung des engl. Begriffs „light pollution“, was manchmal auch zu der falschen Annahme führt, dass das Licht an sich verschmutzt sei. In der Tat bedeutet Lichtverschmutzung die artifizielle Aufhellung des Himmels während der Nacht durch vom Menschen betriebene Lichtquellen (z. B. Straßenbeleuchtung, Anstrahlung). Deren Licht bricht sich in den unteren Luftschichten der Atmosphäre an Schmutzpartikeln (Aerosolen) oder Niederschlag (Nebel, Regen, Schnee). So ergeben sich weithin sichtbare „Lichtglocken“ über Städten.
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| Bortle-Skala |
Die Bestimmung des Lichtverschmutzungsgrades erfolgt gemäß John E. Bortle mittels der Bortle-Skala (s. u.). Die Einteilung erfolgt in neun Klassen – die Klassen 1 und 2 treten in Mitteleuropa nicht mehr auf.
- Klasse 1: Ort mit außergewöhnlich dunklem Himmel
- Klasse 2: Ort mit wirklich dunklem Himmel
- Klasse 3: Landhimmel
- Klasse 4: Ländlicher / vorstädtischer Übergang
- Klasse 5: Vorstadthimmel
- Klasse 6: Heller Vorstadthimmel
- Klasse 7: Vorstädtischer / städtischer Übergang
- Klasse 8: Stadthimmel
- Klasse 9: Innenstädtischer Himmel
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| Verursacher |
Die Verursacher von Lichtverschmutzung sind einfach zu identifizieren: Es sind dies alle Außenleuchten, die Licht in den oberen Halbraum abgeben. Dabei kann es sich entweder um Straßenleuchten handeln (man denke dabei an die vielen älteren Laternen mit opaler oder glasklarer, kugelförmiger Abdeckung) oder auch um Fluter, die nicht nur den zu beleuchtenden Gegenstand (Fassade, Baum, etc.) anstrahlen, sondern ihr Licht auch daran vorbei gegen den Himmel richten. Darüberhinaus zählen auch Lichtwerbung sowie Skybeamer oder Laser vor Diskotheken zu den Verursachern. Wir alle leisten damit – vor allem in und rund um die Ballungszentren – mehr oder weniger massiven Beitrag zu dieser Art von Verunreinigung. Mit Folgen, die nicht nur die Tierwelt, sondern auch uns direkt betreffen.
Quelle: US Air Force DMSP, erstellt von P. CINZANO, F. FALCHI, C. D. ELVIDGE; adaptiert und gestaltet von M. HOLLUNDER
Wie eben angesprochen, sind Ausbreitungsgebiete von Lichtverschmutzung im Wesentlichen Ballungszentren und großflächige Siedlungskonglomerate. Welche Probleme wirft dies nun auf, inwiefern sind wir davon betroffen und wie können wir sie vermeiden oder zumindest vermindern?
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| Rückblick |
Werfen wir zu Beginn einen allgemeinen Blick auf die Natur. Seit Jahrmillionen wird das Leben auf der Erde durch den tageszeitlichen (24 h) und den jahreszeitlichen Rhythmus bestimmt. Daran angepasst haben sich nicht nur die Menschen, sondern auch viele Tiere. Besonders Zugvögel sind von der Lichtverschmutzung betroffen – Anstrahlungen von hohen Gebäuden sorgen für Irritationen und führen zum Verlust der Orientierung. Insekten unterliegen dem bekannten Phänomen, durch weiße Lichtquellen ihren zur Orientierung nötigen Bezugspunkt (Mond) zu verlieren, von künstlichen Lichtquellen angezogen zu werden und dann häufig den Tod in oder durch Leuchten (Temperatur) zu finden. Im Schnitt kann man davon ausgehen, dass pro Nacht pro Straßenleuchte rund 150 Insekten sterben. Umgelegt auf die Anzahl an Straßenleuchten in Österreich (ca. 600.000) sterben pro Sommernacht knapp 100.000.000 Millionen Insekten. Um dem entgegenzuwirken, wird die Verwendung von Natriumdampflampen und geschlossenen Leuchten (min. Schutzart IP65) empfohlen.
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| Auswirkung auf astronomische Beobachtungen |
Von der Natur nun zu Wissenschaft und Forschung. Die Astronomie, eine der ältesten Wissenschaften der Menschheit, kämpft sehr stark mit dem Problem der Lichtverschmutzung. Denken Sie zurück, wie die Nächte ausgesehen haben, als Sie jung waren – wie viele Sterne haben Sie da gesehen? Wenn Sie heute des Nachts zum Himmel hinaufsehen, werden Sie nur mehr eine geringe Anzahl an Sternen erblicken. Heutzutage kann man im Schnitt zwischen 250–500 Sterne nächtens sehen (in Stadtzentren sogar nur mehr rund 20) – früher waren es um die 2.500. Durch die erhöhte Umgebungshelligkeit ist es nicht mehr möglich, lichtschwache Sterne noch zu erkennen. Dies führte im Endeffekt dazu, dass viele traditionsreiche Observatorien schließen mussten und sich Standorte fernab der Zivilisation suchten.
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| Energie sparen |
Der größte Hebel liegt aber in der Möglichkeit, Energie einzusparen. Lichtverschmutzung ist nämlich auch Lichtverschwendung, da Licht in Bereiche (im Wesentlichen in den oberen Halbraum) abgestrahlt wird, in denen es nicht benötigt wird. Straßenleuchten, die das Licht mittels Reflektoren direkt auf die Straße und Gehsteige lenken, benötigen für dieselbe Lichtwirkung viel weniger Leistung und Lichtstrom als ihre „Licht verschmutzenden Kollegen“.
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| Effizienz steigern |
Somit kann sich der Ersatz von alten Laternen durch neue, mit effizienten Leuchtmitteln und guter Lichtlenkung ausgestattete Leuchten innerhalb vernünftiger Zeiträume durchaus rechnen. Und darüber hinaus hat man einen Beitrag zur Bekämpfung der Lichtverschmutzung geleistet!
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