Energieeinsparung durch T8/T5-Lampenadapter?
Das Ziel: weniger Energie, Kosten und Emissionen.
Energiekosten, CO²-Reduktion, Erderwärmung, Kyoto-Abkommen: diese Schlagworte sind aus unseren täglichen Medien nicht mehr wegzudenken. Auch in Beleuchtungsanlagen ist die Energieeinsparung ein wichtiger Punkt geworden und sollte für moderne Beleuchtungsanlagen eine Selbstverständlichkeit sein. Um besonders wirtschaftliche und zugleich lichttechnisch innovative Beleuchtungsanlagen realisieren zu können, werden heutzutage vorwiegend Systeme mit T5-Leuchtstofflampen eingesetzt.
Leuchtstofflampen mit 16mm Rohrdurchmesser können nur mit elektronischen Vorschaltgeräten (EVG) betrieben werden. Dabei werden so in der „High-Efficiency“-Ausführung Lichtausbeuten von mehr als 100 Lumen pro Watt (lm/W) erreicht. Diese T5-Leuchstofflampen haben ein optimiertes Lichtstrom-Temperaturverhalten und sind dabei um ca. 50mm kürzer als die vergleichbaren T8-Leuchtstofflampen mit 26mm Rohrdurchmesser und einer Lichtausbeute von ca. 80 lm/W. Wäre es deshalb sinnvoll, in bestehenden Anlagen die T8-Lampen gegen T5-Lampen auszutauschen?
|
| Von der Einweg-Steuerung zur Datenkommunikation. |
Systeme zur Steuerung der Straßenbeleuchtung sind schon heute vielfach im Gebrauch. Am meisten verbreitet ist die Tonfrequenz-Rundsteuertechnik. Hierbei wird der normalen 230-Volt-Versorgungsspannung ein Signal aufmoduliert, das die Beleuchtungsanlage schaltet. Die Regelung einzelner Lichtpunkte ist mit dieser energieaufwändigen Technik allerdings nicht möglich. Außerdem funktioniert die Steuerung nur in einer Richtung, das heißt: Rückmeldungen – etwa über den Zustand der einzelnen Leuchten – werden nicht gegeben.
Siteco Control arbeitet mit der sehr viel effizienteren Powerline-Technologie, die sich seit 1990 in zahllosen Anwendungen bewährt hat. „Auch dieses Verfahren“, so Schneck, „nutzt die normale 230-Volt-Versorgungsspannung als Übertragungsmedium. Doch aufgrund einer fortgeschrittenen Modulationstechnik lassen sich große Datenmengen bei sehr geringem Energieverbrauch übertragen. Dadurch erlaubt Powerline den Ausbau der Beleuchtungsanlage zu einem Datennetzwerk mit bidirektionaler Kommunikation.“
|
|
|
| Adapter verfügbar |
Es gibt dazu einige Hersteller und Händler am Markt, die so genannte T8/T5-Lampenadapter anbieten und mit einer enormen Energieeinsparung von 30 % bis 60 % werben. Weiters wird mit einer längeren Lebensdauer der Leuchtmittel und ebenso einer besseren Lichtqualität argumentiert. Zielgruppen sind dabei größere Industriebetriebe, Fastfood-Ketten, Lagerhallen, Supermärkte, usw.
|
|
|
| Aufbau und Anwendung |
Die Lampenadaptersets bestehen grundsätzlich aus einem Zwischenstück mit integriertem EVG, welches die Länge der Leuchtstofflampen ausgleicht und zudem die Sockel der T8-Lampen (G13) mit dem Sockel der T5-Lampen (G5) kombiniert. Der sich im System befindliche Starter wird dabei meist durch eine „Starterbrücke“ ersetzt (überbrückt). Sollte sich dabei der übliche Kondensator zur Kompensation in der Leuchte befinden, so sollte dieser entfernt werden, da durch Resonanz eine höhere Spannung und infolge ein höherer Strom auftreten kann, der die Bauteile zerstört!
|
|
|
| Der Schein trügt |
In der Praxis zeigt sich, dass diese Adapter nicht den Anforderungen gerecht werden. Vielfach wird von Frühausfällen der Adapter und der Leuchtmittel berichtet. (Am Lampenlebensdauerende fallen oft T5-Adapter und Lampe aus und müssen gewechselt werden.) In den meisten Fällen werden dabei FH-Lampen gegen die T8-Lampen ausgetauscht.
|
|
|
| Auszug einer Messung des ZVEI: |
Wird eine 35W T5-Leuchstofflampe mittels T5-Adapter an einem VVG betrieben, so reduziert sich der Lichtstrom um 37,7 %, gegenüber der 58W-Lampe und in Folge auch erheblich die Beleuchtungsstärke!
(Es sind auch Anlagen bekannt, in denen die Beleuchtungsstärke um fast 50 % zurückgegangen ist, und deshalb eine Rückstellung erforderlich war. )
|
|
|
| Enttäuschung |
Planungswerte die der Norm entsprechen und auf die die Beleuchtungsanlage ursprünglich ausgelegt worden ist, können so nicht mehr eingehalten werden! Wenn das Beleuchtungssystem weiterhin den Vorschriften entsprechen soll, müsste eine zusätzliche Beleuchtungsanlage installiert werden, was dann wiederum die Wirtschaftlichkeit und den Sinn dieser Adapter in Frage stellt! |
|
|
| Aspekte beim Einsatz von T5-Lampenadaptern |
Die vorgegebenen Leistungsmerkmale der Leuchten werden durch den Einbau der T5-Lampenadapter grundlegend verändert! In jedem Fall ist daher eine Überprüfung auf Einhaltung der lichttechnischen Vorgaben wie z.B. Blendungsbegrenzung und Beleuchtungsstärke erforderlich, weil dadurch Belange der Gesundheit und des Arbeitsschutzes berührt werden. T8-Leuchten sind vom Leuchtenhersteller sicherheits- und lichttechnisch auf den Einsatz von T8-Lampen abgestimmt.
Auch die CE-Konformität und sicherheitstechnische Zertifizierung der Leuchten geht durch den Einsatz solcher T5-Adapter verloren, auch wenn diese Adapter das CE-Kennzeichen tragen! (Die Prüfzulassung gilt höchstens als Bauteil oder in Ersatzschaltung.)
|
|
|
| Veränderte Temperatursituation |
Eingebaute T5-Lampenadapter können die Temperatursituation in der Leuchte verändern! Bei vielen Ausführungsformen von T5-Adaptern werden die Grenzwerte der elektromagnetischen Verträglichkeit nach EN 55015 und der neuen CDN-Messmethode für den Frequenzbereich von 30Mhz bis 300Mhz überschritten, welche zu Störungen des Funkverkehrs führen kann! |
|
|
| Fazit am Schluss |
Leuchten für T8-Leuchtstofflampen mit T5-Adapter können niemals die Wirtschaftlichkeit von Leuchten mit EVG erreichen. Denn die Erreichung der Energieeinsparung auf Kosten der Beleuchtungsstärke – und damit auf Kosten der Sicherheit und des Sehkomforts – ist der falsche Weg!
 Stefan Trachsler
|
|
|