LED-Beleuchtung in Innenräumen:

Sinn oder Unsinn?

Das Thema „LED“ ist in aller Munde. Diese Lichtquelle hat aufgrund der Energiespar- und Klimaschutzdiskussion in vielen Ländern Eingang in die aktuelle Medienberichterstattung gefunden. Dennoch sind die Möglichkeiten, die LEDs bieten, nur in sehr beschränktem Maße bekannt gemacht worden. Dieser Beitrag soll an Hand einiger Anwendungsbeispiele erläutern, unter welchen Voraussetzungen (Stand heute) die LED in der Innenbeleuchtung Sinn macht – und wann nicht.

LEDs haben Eigenschaften, die von denen konventionelle Lichtquellen teils erheblich abweichen. Wir haben die wichtigsten Vor- und Nachteile übersichtlich für Sie aufbereitet – die folgenden Aufzählungen erfolgen ohne Wertung …

Die LED-Vorteile:


  • Ausgezeichnete Eignung für kalte Temperaturen
  • Vibrationsfest
  • Abgestrahltes Licht ist UV- und IR-frei
  • Beliebig oft und schnell schaltbar
  • Sehr kleine Baugröße
  • Flexible geometrische Anordnungen möglich
  • Effizienzsteigerung alle paar Monate, daher mit der Zeit immer interessanter
  • Gesättigte Farben, daher höchste Effizienz bei farbigem Licht
  • Sehr lange Lebensdauer bei richtigem und optimal angepasstem Betrieb
  • Ersatzbedarf entfällt, daher entfällt Design und Konstruktion für Lampentausch, daher minimaler Instandhaltungsaufwand
  • Extrem kleiner Lichtaustritt, daher sehr gut bündel- und lenkbar mit geringen Lichtverlusten
  • Präzise regelbar, von 0–100 %
Die LED-Nachteile:


  • Leistung einzelner LED ist noch gering
  • Die Kosten für weißes LED-Licht sind pro Lichtmenge wesentlich höher als bei konventionellen Leuchtmitteln
  • Die Technologie wird mit zunehmender Leistung schwieriger, daher steigen die Kosten mit der LED-Leistung stark an
  • Streuung der Produkteigenschaften entsprechend Halbleiterbauteilen – also hoch
  • Eigenwärmeentwicklung der LED – schadet sich selbst. Bei höheren Leistungen ist Wärmeabfuhr unbedingt erforderlich, um lange Lebensdauer zu erzielen
  • Daher für hohe Umgebungstemperaturen nur sehr eingeschränkt geeignet
Arbeitsplatzbeleuchtung
 

Die Innenraumbeleuchtung dient vorrangig zum Ausgleich des fehlenden Tageslichts, dazu wird weißes Licht benötigt. Um Beleuchtungsstärkewerte zu erzielen, die in den Normen vorgegeben sind, werden Lichtquellen mit hohen Lichtstromwerten (und hoher Leistungsaufnahme) benötigt. Deshalb ist beim Einsatz von weißen LEDs hoher Marterialeinsatz erforderlich. Dies bedeutet gegenüber Beleuchtungsanlagen mit effizienten konventionellen Leuchtmitteln (wie z.B. Leuchtstofflampen, Kompaktleuchtstofflampen oder Halogen-Metalldampflampen) erheblich höhere Investitionskosten. Die wesentlich verringerten Instandhaltungskosten (z.B. kein Lampentausch erforderlich) können die hohen Anschaffungskosten der LED-Beleuchtungsanlage nicht ausgleichen. Daher können LEDs ihre Vorteile nicht ausspielen und sind derzeit für die Beleuchtung von Arbeitsplätzen zu meist noch nicht sinnvoll einzusetzen. Sollte jedoch dezidiert eine UV-freie Beleuchtung gewünscht werden, so machen LEDs durchaus Sinn – wie zum Beispiel bei der Präsentation lichtempfindlicher Gemälde.

Beleuchtung von Nischen

Hierfür sind auch kleine Lichtleistungen ausreichend – diese Anforderungen lassen sich mit LEDs oft gut realisieren. Somit macht die Beleuchtung von Nischen mit LEDs durchaus Sinn.

Effektbeleuchtung
 

Effektbeleuchtung dient nicht zur Erfüllung von allgemeinen Sehaufgaben. Mit ihr werden Stimmungen sowohl in räumlich abgegrenzten als auch in großflächigen Bereichen realisiert. Dabei werden vorwiegend farbige Lichtquellen mit gerichtetem Licht eingesetzt. LEDs sind meist eine gute Alternative und können ihre wesentlichen Vorteile ausspielen. Sie machen somit auch an dieser Stelle Sinn.

Orientierungsbeleuchtung

Um sich zu orientieren, reicht es aus, kleine Flächen oder auch nur Punkte zum Leuchten zu bringen, die darauf hinweisen, wo es langgeht. LEDs sind mit ihrer Brillanz in Farbe für diese Anwendung durchaus sinnvoll.

Notbeleuchtung

Diese Beleuchtung ist wie eine Versicherung. Wenn alles regulär läuft, wird sie nicht benötigt. Lediglich wenn die Stromversorgung ausfällt, hat sie die Aufgabe, die Menschen ins Freie zu geleiten. Für die Erkennung von Fluchtwegen ist je nach Leuchtenbauform gerichtetes Licht auf bestimmte Bereiche oder hinterleuchtete Flächen nötig. Es ist Sofortlicht ohne Anlaufphase erforderlich. Die Leuchtengehäuse sollen entweder dezent klein sein oder gänzlich verschwinden. Eine andere Möglichkeit: die Notbeleuchtungseinrichtung wird in die Leuchtengehäuse der Allgemeinbeleuchtung integriert. Zuverlässiges Einschalten und Betrieb ist erforderlich. All diese Eigenschaften erfüllen LEDs und der Einsatz in diesem Gebiet ist zu empfehlen.

Hinterleuchtung
 

Werbe- oder Hinweisschilder größeren Ausmaßes werden beleuchtet oder hinterleuchtet. Diese Schilder sind an mehr oder weniger zugänglichen Stellen montiert. Je aufwändiger die Instandhaltung ist, desto eher macht der Einsatz von LEDs Sinn.

Schlussfolgerungen zum Einsatz von LEDs

Die Industrie bietet weiße und farbige LEDs mit laufend höherer Lichtausbeute und Leistung an. Ebenso werden die Farbstreuungen minimiert und sind so für das menschliche Auge nicht mehr sichtbar. Der Bauherr ist meist nicht in der Lage, die richtige Entscheidung über den Einsatz von LEDs zu treffen. Daher ist der Lichtplaner gefordert, LEDs sinnvoll in das jeweilige Beleuchtungsprojekt zu integrieren.




Peter Seibert

Konzept & Design von web direct - Agentur für Internetmarketing